Sosnivka – Kamjanez-Podilskyj (Ukraine), 31.5 – 4.6, 1337km

Sosnivka – Kamjanez-Podilskyj (Ukraine), 31.5 – 4.6, 1337km

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**Willkommen auf den schlechten Straßen**

Am Dienstag, einen Tag vor Beginn des Juni, machte ich mich schließlich auf nach Kamjanez-Podilskyj und verließ mein doch lieb gewonnenes Sosnivka. Ich brach um 12.30Uhr auf und Sava begleitete mich durch den Wald zur Hauptstraße, wo ich dann mit den ukrainischen Qualitätsstraßen konfrontiert wurde. Sie sind wirklich schlechter als die polnischen und selbst neu gemachte Straßenabschnitte, haben schon Bodenwellen. Leider spielte das Wetter auch nicht mit und ich musste mind. 70 Minuten in einer Bushaltestelle Zuflucht vor einem Regenschauer suchen.

Mein Tagesziel war das Dorf Svirzh, wo L. aus Krakau vor 11 Jahren einen alten polnischen Friedhof wiederherrichtete. Ich hatte ihr versprochen, Fotos zu senden. Leider kam ich erst gegen 21Uhr an, sodass ich die Fotos auf den nächsten Morgen verschob. Stattdessen fuhr ich herum und kaufte 10 frische Eier, die ich dann zu meinen Nudeln hinzufügte. Mein Zelt baute ich in unmittelbarer Nähe zur Festung von Svirzh.

Am nächsten Morgen begutachtete ich dann den Friedhof. Er war mittlerweile ziemlich zugewuchert und machte einen sehr verwunschenen Eindruck. Nach einer Stunde fuhr ich dann los, aber nicht bevor ein Ritual starten sollte: Ich besorgte mir 1,5 Liter frische Kuhmilch. Als ich nach dem Preis fragte, wurde der Mann sogar sauer und gab mir noch ein selbstgemachtes Brot obendrauf. Von da an fuhr ich jeden Morgen an ein Haus und fragte, ob ich Milch, und wenn das Brot alle war auch danach, kaufen könne. Manchmal zahlte ich, manchmal bekam ich es geschenkt.

Am Donnerstag wollte ich dann, natürlich selbstgemachten, Honig erstehen und wurde sogar zusätzlich zu einem kleinen Abendbrot aus Eier, Reis und Brot eingeladen. Das ersparte mir später wegen mangelnder Kochmöglichkeiten großen Hunger. Denn Nachmittags fing es an, leicht zu regnen und ich fuhr ohne Unterlass, weil es kein Starkregen war. Doch als es dunkel wurde, hatte ich immer noch keinen Platz gefunden. Schlussendlich begnügte ich mich mit einer Option, die ich sonst immer, auf Grund der Nähe zu anderen Leuten, versuche, zu vermeiden: An der Hauptstraße, noch im Ort (Orinin), gab es ein leerstehendes Gebäude, in dem ich mit meinen Schlafplatz zurecht machte und mir zumindest über das schlechte Wetter keine Gedanken machen brauchte.

Am Freitag fuhr ich dann ganz entspannt nach Kamjanez-Podilskyj, kaufte unterwegs neben Milch auch noch ein Kilogramm Erdbeeren (60 Cent) und machte es mir in der Nähe der dortigen Festung mit Blick auf dieselbige sowie die Stadt bequem.
Ich verbrachte 2 Nächte im schönen Kamjanez, bummelte ein wenig durch die Stadt und erholte mich von den schlechten Straßen. Die meiste Zeit hielt ich mich auf der Festung auf, da dort mein Host Oleg arbeitete.

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