Brasov – Bukarest, 3988km, 1.9 – 12.9.2016

Brasov – Bukarest, 3988km, 1.9 – 12.9.2016

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Nach der Transfagarasan wollte ich Brasov (Kronstadt) besuchen. Das Radfahren machte nun wirklich viel Spaß, weil die Straßen von guter Qualität waren, ich also schön schnell fahren konnte. Aber am Herrlichsten war definitiv der Geruch der Natur: Der Herbst kündigte sich teilweise schon an, es roch nach Laub und andererseits hing der Duft von Heu in der Luft.
Wie für Sibiu hatte ich auch für Brasov noch keine Übernachtung, also setzte ich mich in Codlea, dem letzten größeren Ort vor Brasov ins Zentrum und wartete. Plötzlich wurde ich von einem Typen angesprochen, der in Brasov wohnt, aber in Codlea arbeitet und dort seinen Job aufgegeben hatte. Kurzer Hand lud er mich einfach nach Brasov zu sich in seine Wohnung ein, denn er war auch ein begeisterter Radfahrer und nahm die Transfagarasan am folgenden Samstag in Angriff.
In Brasov angekommen, war ich von der Schönheit der Altstadt beeindruckt. Eine sehr hübsche Stadt, die sich zu besuchen wirklich lohnt. Viele Gässchen und Kirchen und tolle Gebäude. Außerdem hatte ich Glück, denn das Brasover Oktoberfest war gerade voll im Gange (es ging, wie es sich für ein Oktoberfest gehört, von Ende August bis Anfang September). Die Maß Bier kostete 10 Lei (2,25€) und es wurden sogar tief in die reiche deutsche Kulturkiste gegriffen und nur beste Schlager- und Ballermann-Lieder von einer deutschsprachigen Liveband zum Besten gegeben.
Am Freitag (2.9) ging ich dann mit meinem Gastgeber, Daniel, auf den Kapellenberg (Tampa), der den Brasov-Schriftzug trägt und einen guten Blick über die Landschaft ermöglicht. Am Abend stand dann wieder ein Oktoberfestbesuch auf dem Plan.

Am Samstag startete Daniel seine Transfagarasan-Tour und weil ich noch nicht nach Bukarest fahren wollte, fuhr ich erstmal nach Bran, wo das Dracula-Schloss steht. Aber je näher man dem Schloss kommt, desto touristischer wurde es und desto schneller wollte ich wieder weg. Ich schoss also ein paar Fotos, fuhr weiter in einen Nachbarort. Dort wollte ich meinen Milchvorrat auffüllen, fand allerdings nur eine alte Dame, die mir zu einem Wucherpreis von 10 Lei für 2l Milch verkaufen wollte – sonst zahlte ich immer 5. Nach einer Pause beschloss ich, Richtung Wolkendorf (Vulcan) zu fahren und dort zu übernachten. In Wolkendorf ist eine Partnergemeinde der Evangelischen Kirchengemeinde Schönefeld, bei der ich 2008/09 meinen Zivildienst leistete. Ich wollte also die Chance nutzen, dort einmal vorbei zu schauen.
Allerdings sollte es noch zwei Tage dauern, bis ich dann dort aufschlug. Ich begab mich zuerst auf die Hügel östlich des Dorfes. Dort verbrachte ich die Nacht und mir danach war auch den ganzen folgenden Sonntag.

Am Montag (5.9) fuhr ich dann hinunter nach Wolkendorf. Der Pfarrer sollte allerdings erst nachmittags kommen, also wartete ich dort. Das Kirchengelände ich eine sogenannte Kirchenburg. Das heißt, die Kirche ist Teil einer befestigten Wehranlage, in der sich die Bewohner des Dorfes bei Angriffen der Türken bzw. Tataren zurückgezogen haben. Auch im Zentrum Codleas stand eine solche Kirchenburg.
Die Kirchengemeinde Wolkendorf bietet Ausflüge für Touristen an und so war eine schweizer Reisegruppe anwesend. Am Abend wurde mit einer Blaskapelle und traditionelle Tanzen zum Bespaßen der Schweizer aufgewartet. Beim anschließenden Abendessen wurden traditionelle Gerichte aufgetischt, von denen vor allem der Wein und der Baumstriezel (ein süßes Dessert) hervorragend waren.
Nachdem die Schweizer dann gegangen waren, saßen der Pfarrer Uwe sowie Magnus und Jürgen, zwei weitere Siebenbürger, und ich noch gemütlich in einer lustigen Runde bis zwei Uhr morgens zusammen.

Am Dienstag machte ich mich dann auf nach Ploiesti, wo ich über Warmshowers (dem Couchsurfing für Radfahrer) eine Übernachtungsmöglichkeit bei Mircea und seiner Familie. Die Straße schlängelte sich ein bisschen durch kleinere Berge. Was mich sehr freute war, dass ich die Nacht davor auf dem Dach eines verlassenen Scheunenhauses verbringen konnte. Diesmal fragte ich niemanden, aber es störte sich auch keiner daran.

Bei Mircea wurde ich sehr nett aufgenommen und war froh eine Dusche nehmen zu können und wirklich einen Tag zu entspannen.
Am Freitag (9.9) fuhr ich nach Bukarest, wo ich bei Sorin, einem coolen Zahnarzt, unterkommen konnte. Ich hatte oft gehört, dass der Verkehr in Bukarest grauenhaft sein sollte, aber obwohl ich zum Berufsverkehr reingefahren bin, hatte ich nicht das Gefühl, dass es gefährlich wäre. Außerdem gab es Fahrradwege, die über einen Bordstein von der Straße getrennt wäre; die nutzte ich aber nur teilweise.
Noch am Freitag ging ich mit Sorin und einem britischen Patienten auf ein Konzert und am Samstag mit ein paar Couchsurfern auf das Balkanik Balkanmusik-Festival.
Am Sonntag kam eine Freundin von Sorin zum Grillen und abends besuchten wir noch eine öffentliche Vorstellung von Les Misérables.

Am Montag (12.9) fuhr ich noch ein bisschen durch die Stadt, bevor ich dann am Abend mit Ryanair die Fliege machte.

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