Samsun – Ozurgeti, 21.11-5.12.2016, 6917km | Entlang der Schwarzmeerküste II

Samsun – Ozurgeti, 21.11-5.12.2016, 6917km | Entlang der Schwarzmeerküste II

**Türkische Gastfreundschaft und Sommer im Winter**

0744-6917_black_sea_turkey_georgia_20161122-01Am Montag, 21.11, verließ ich nach einem leckeren Mittagessen mit Serkan, Atakum und hatte mich für den Abend noch in Samsun mit meinem ursprünglichen Gastgeber verabredet. Deshalb verbrachte ich die Nacht auch noch in Samsun – auf einem Spielplatz in einem Park am Meer.
Also ging es am Dienstag Richtung Georgien los. Der Straßenverlauf war nun überhaupt nicht mehr hügelig, sondern die Straße breit mit Standstreifen, was das fahren zwar sehr vereinfachte aber doch etwas langweilig machte. Das Wetter war für die Jahreszeit und Region erstaunlich gut. Serkan hatte mir ein paar Sehenswürdigkeiten genannt, die ich nicht auslassen sollte zu besuchen.

Zuerst war da Çaytepe, wo die alte Straße sich lang schlängelte. Dort war das kleine Jason-Kap mit Leuchtturm und der Jason-Kirche sehenswert. Dort machte ich auch meine sonnige Frühstückspause. Weiter ging es nach Giresun, der Heimatstadt von Serkan und vielen Haselnussplantagen und der Beginn der Teeanbauregion am Schwarzen Meer. Allerdings fand ich in Giresun keinen geeigneten Platz zum Schlafen, weshalb ich weiter nach Keşap fuhr. Dort fragte ich einen Polizisten nach einem Supermarkt und er riet mir noch, im Park gegenüber dem Polizeirevier zu schlafen, denn das sei ja ein sicherer Ort. Generell hätte ich ihm ja zugestimmt, nur sind Polizeiwachen in der jetzigen Zeit in der Türkei nicht wirkliche sichere Orte – wobei hier im Norden und in kleinen Orten wohl kaum Gefahr bestehen dürfte. In einem Café am Ende des Parks spielten Männer eine Art Domino und sie holten mich dazu, luden mich zu Tee ein und ich verstand das Spiel nach einer Stunde zuschauen trotzdem nicht wirklich.

0746-6917_black_sea_turkey_georgia_20161123-03Selbst am nächsten Morgen spielten sie wieder, doch ich brach nach Trabzon auf. An diesem Donnerstag wollte mir zuerst ein Mann 10TL schenken, dann, als ich in Akçaabat das dortige Köfte-Gericht aß, wurde ich zu diesem vom Kellner eingeladen und am Ende des Tages, als ich mein Zelt neben einer Moschee aufschlagen wollte, wurde ich von Tarik zu seiner Familie zum Übernachten überredet – das volle Programm der türkischen Gastfreundschaft. Wobei die Nacht ziemlich hart war. Denn das Zimmer war mit Holz auf gefühlte 28°C aufgeheizt, kein Fenster geöffnet und Tarik rauchte ab und zu (wogegen ich im Prinzip ja nichts hatte). Ich war mir also nicht sicher, ob mir ich des Nachts eine Kohlenstoffmonoxidvergiftung zuziehen würde. Aber wenigstens musste ich nicht draußen in der Kälte schlafen und seine Familie war wirklich sehr freundlich.

Am Freitag, 25.11, wachte ich aber putzmunter auf, aß noch Frühstück und fuhr dann weiter ins Landesinnere, wo das Sümela-Kloster zu sehen ist. Das Kloster liegt auf 1000m Höhe und dort oben war die Straße schon etwas vereist. Erst war ich mir nicht sicher, ob einen Abstecher zum Kloster – ein Tipp von Serkan – machen sollte. Aber da das Wetter wirklich herrlich war und die sich durch die Berge windende Straße, wenn auch wieder bergauf, eine schöne Abwechslung zur Schnellstraße war, machte es auch nichts, dass Renovierungsarbeiten am Kloster vorgenommen werden und man den besten Blick von unterhalb hat. Der Tagesausflug war es also wirklich wert.

Das Wochenende wurde dann lustig. Am Samstag kam ich im kleinen Ort Fındıklı (dt. Nuss) an. Dort traf ich mich mit Esma, einer Englischlehrerin und Orhan, dem Direktor der Schule und wir verabredeten, dass ich am Montag wieder zur Schule gehen würde, da die Schüler so verstehen könnten, wie wichtig ist, Englisch zu lernen.
Den Sonntag verbrachte ich also gemütlich und fuhr Montag dann mit Esma in die Schule. Wir gingen in einige Klassen und am Ende spielte ich noch ein bisschen – amateurhaft – Trompete.

Es war ein super Vormittag und am Nachmittag verließ ich dann die Türkei und fand mich in Batumi, Georgien wieder. Ich war von den zahlreichen Hochhäusern, Hochglanz-Hotels und -Casinos etwas erschlagen. Zum Glück war die Urlaubssaison längst vorbei, sodass die Geschäfte der Küstenpromenade verlassen dalagen und ich auf einer Strandliege schlafen gehen konnte.

Am Dienstag, 29.11, begab ich mich dann bei Sonnenschein und 20°C zum iranischen Konsulat, um mein Visum zu beantragen. Nur deshalb war ich nach Georgien gekommen. Im Konsulat traf ich die beiden Franzosen Eugène und Robin, die schon seit 2 Jahren trampend unterwegs nach Indien sind. Sie gaben mir ein paar Tipps beim Ausfüllen und wir verabredeten uns für Sonntag in Kutaisi, bevor ich zurück nach Berlin fliegen sollte.
Am Mittag fuhr ich dann weiter in den Ort Ozurgeti, wo Vacho sich bereit erklärt hatte, mich und mein Fahrrad zu beherbergen.

0808-6917_black_sea_turkey_georgia_20161201-65Leider wurde der Dienstag der letzte Tag mit schönem Wetter. Die folgenden Tage war es bedeckt, windig und regnerisch. Ich sah mich also in der Situation, nicht rausgehen zu können und mich meist mit der sehr energiegeladenen kleinen Tochter von Vakho zu beschäftigen. Am Mittwoch lief ich ein bisschen durch die Stadt, aber das war es dann auch schon.

Sonntag, 4.12, trampte ich dann nach Kutaisi und hatte einen schönen Tag in der Wohnung, in der Eugène und Robin sich für 3 Wochen ein Zimmer gemietet hatten – wir kochten und spielten am Abend Karten. Gegen 21 Uhr begab ich mich dann zum Flughafen, den ich ja schon von letztem Jahr her kannte und wurde am Montag vom schneebedeckten Berlin empfangen.


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